Hartlieb – Lymph Fachzentrum | Therapie
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Therapie

Was ist ein Lymphödem?
Das Lymphgefäßsystem ist wie eine Einbahnstraße angelegt. Es transportiert täglich etwa vier Liter Gewebeflüssigkeit. Sie ist eine Mischung aus Eiweiß, Stoffwechselabfällen, Fett und Wasser. In den Lymphknoten wird die Gewebeflüssigkeit gespeichert und gefiltert, bevor sie in das Venensystem des Körpers mündet. Wenn das Lymphgefäßsystem beeinträchtigt ist, staut sich die Flüssigkeit im Gewebe. Es entsteht eine Schwellung – das Lymphödem. Eine angeborene Störung, eine Verletzung oder Operationsfolgen, wie zum Beispiel nach Brustkrebs, können die Ursachen sein.

Ein Arzt erkennt, ob tatsächlich eine Ödemerkrankung vorliegt. Sie kann mit Komplexer Physikalischer Entstauungstherapie (KPE) behandelt werden. Direkt danach werden Kompressionsbandagen und flachgestrickte Kompressionsstrümpfe zur Erhaltung des Entstauungserfolges angelegt. So kann sich nicht wieder Flüssigkeit im Gewebe ansammeln.

Das kann ein Lipödem sein!
Wenn sich der Oberschenkelumfang trotz Diät und Sport nicht reduziert oder proportional nicht zu dem schmalen Oberkörper passt, können dies Anzeichen für ein Lipödem sein – im Volksmund „Reiterhosen“ genannt. Dahinter steckt eine Fettverteilungsstörung an Ober- und Unterschenkel sowie im Hüftbereich. Lipödeme treten fast ausschließlich bei Frauen auf. Medizinische Kompressionsstrümpfe können helfen, damit sich das Ödem nicht weiter entwickelt.

Die 5 Säulen der Therapie
Der Therapieerfolg bei der Behandlung von lymphostatischen Ödemen basiert auf fünf Säulen. An erster Stelle steht die eigentliche Lymphdrainage. Die zweite Säule ist die Kompression. Diese lässt sich wiederum aufteilen in den lymphologischen Kompressionsverband, den man so lange einsetzt, wie man eine Veränderung des Volumens erreichen will, und den Kompressionsstrumpf, der die Basis für die Sekundärprävention ist.

Dritter wichtiger Faktor ist, wo nötig, die Reduzierung der Körpermasse. Zwar ist weder das Übergewicht Ursache, noch gilt das Gegenteil. Aber ohne Gewichtsreduktion lässt sich keine Ödemreduktion erreichen. Die Vierte Säule ist die Bewegung, wobei der Patient das Richtige – wie unterschenkelbetonten Ausdauersport – tun sollte. Der fünfte Themenkreis sind die psychologischen Gesichtspunkte. Das Lymphsystem als Regulationssystem ist ganz stark mit der psychologischen Befindlichkeit des Betroffenen verknüpft.

Hygiene und Hautpflege
Jede Therapie beginnt mit der gründlichen Hautpflege, bei der eventuell vorhandene Hauteinrisse u.ä. behandelt werden. Wichtig ist stets eine konsequente Pflege und Hygiene der Haut, um Infektionen sowie Risse zu vermeiden.

Lymphdrainage
Diese Ödeme können in den meisten Fällen durch eine sogenannte manuelle Lymphdrainage beseitigt oder zumindest gemildert werden. Dabei wird der Lymphfluss durch spezielle Griff- und Massagetechniken angeregt. Die manuelle Lymphdrainage erfordert viel Fingerspitzengefühl und darf daher nur vom Therapeuten mit einer entsprechenden Spezialausbildung ausgeführt werden.

In manchen Fällen wird die manuelle Lymphdrainage noch mit einer intermittierenden Kompressionstherapie unterstützt oder ergänzt. Über eine Manschette mit mehreren Kammern wird die Entstauung vorgenommen.

Kompressionstherapie
Nach der Behandlung wir der Patient bandagiert, um das Ergebnis der Lymphdrainage zu sichern und weiterhin zu verbessern

Im Sanitätshaus erfolgt dann die Kompressionsstrumpf-Versorgung, die den Entstauungs-erfolg dauerhaft erhalten soll. Hier versorgen Sie ausgebildete lymphologische Fachberater / innen. Sie geben umfassende Beratung, messen Strümpfe korrekt an, geben Hinweise für praktische An- und Ausziehhilfen und informieren über die Pflege der Kompressionsstrümpfe.